Ganz gleich, ob Sie nur gelegentlich schweißen oder ein erfahrener Profi sind – die Schweißverfahren (WPS) spielen bei jedem Schweißvorgang eine entscheidende Rolle. In einem Handwerk wie dem Schweißen sind Sorgfalt und die Einhaltung der Vorgaben von entscheidender Bedeutung, daher muss jeder Schweißer genau über alle Details Bescheid wissen, die für eine Schweißnaht erforderlich sind.
Das Hauptziel einer Schweißverfahrenanweisung (WPS) besteht darin, dem Schweißer als Leitfaden zu dienen, damit er sichere, wiederholbare und effiziente Schweißarbeiten ausführen kann. Mit anderen Worten: Sie dient als Anleitung, an die Sie sich halten müssen, um eine qualitativ hochwertige Schweißnaht zu erzielen.
Was ist ein WPS?
Eine WPS (Welding Procedure Specification) ist ein schriftliches Dokument, das alle Informationen enthält, die ein Schweißer benötigt, um einen Schweißvorgang zu beginnen. Position, Gas, Technik, Grundwerkstoff, Schweißzusätze… sind einige der Variablen, die darin enthalten sein müssen. Eine WPS mag für neue Schweißer verwirrend und schwer verständlich erscheinen, doch sie ist eines der wichtigsten Dokumente im Schweißbereich und daher ein wesentlicher Bestandteil der Schweißausbildung. Wie sollte sie verfasst werden? Am besten nutzt man dazu das Beispiel einer echten WPS und befolgt diese Schritte:
Grundlegende Informationen:
Alle grundlegenden Informationen zum Schweißverfahren:
- Name des Unternehmens und der Person, die es entwickelt hat
- Spezifikationsnummer und Datum
- Die meisten WPS stützen sich auf ein PQR (Procedure Qualification Record); Sie sollten darauf verweisen, um die Rückverfolgbarkeit des Dokuments zu erleichtern.
- Nummer und Datum der letzten Überarbeitung
- Schweißverfahren und -arten
Verbindungen:
Angaben zur Fugenausführung, einschließlich Fugenabstand und Unterlage (falls für die Fuge erforderlich, sowie Angaben zum Unterlagematerial). Diese Informationen sollten eine grafische Darstellung der Fuge enthalten, um dem Schweißer die Arbeit zu erleichtern.
Grund- und Zusatzwerkstoffe:
Angaben zu den Grund- und Zusatzwerkstoffen, die bei dem Schweißverfahren verwendet werden sollen. Bitte geben Sie die Schweißnahtart (Kehl- oder Fugennaht) sowie den Dickenbereich des Grundwerkstoffs an.
Weitere Informationen:
Erforderliche Wärmebehandlung vor und nach dem Schweißen, verwendetes Schutzgas und die Positionen, in denen der Vorgang durchgeführt wird. Falls erforderlich, ist der Schweißablauf anzugeben.
Elektrische Eigenschaften:
Informationen zu jedem Schweißgang, darunter:
- Prozess
- Klassifizierung und Durchmesser von Schweißzusatzwerkstoffen
- Stromart und Polarität
- Leistungsbereich
- Drahtvorschubgeschwindigkeitsbereich
- Leistungsbereich
- Spannungsbereich
- Geschwindigkeitsbereich
- Sonstige elektrische Daten
Technik:
- Perle zum Aufreihen oder Einweben
- Größe der Öffnung, der Düse oder der Gasbecher
- Reinigung vor Beginn und zwischen den Durchläufen
- Verfahren zum Hinterfräsen
- Schwingung
- Abstand zwischen Kontaktrohr und Arbeitsfläche
- Mehrfach- oder Einfachdurchlauf (pro Seite)
- Mehrere oder einzelne Elektroden
- Elektrodenabstand
- Kugelstrahlen
- Andere
Das Erstellen und Verstehen von Schweißverfahren (WPS) ist ein zentraler Bestandteil der Schweißerausbildung. Aus diesem Grund können im Augmented Training Soldamatic Augmented Training echte WPS integriert werden. Auf diese Weise können die Auszubildenden lernen, wie man ein WPS versteht, und anschließend dasselbe Verfahren mithilfe von Augmented Reality üben.
Warum brauchst du ein WPS?
Die Schweißverfahrensanweisung ist ein entscheidendes Dokument für ein Unternehmen und dessen Qualitätsstandards. Sie ist nicht nur ein Dokument, das alle Informationen enthält, die der Schweißer benötigt, sondern auch die Richtlinie, die sicherstellt, dass die Schweißnaht den geforderten hohen Qualitätsstandards entspricht.
Aus Sicht des Schweißers enthält die Schweißanweisung alle Informationen, die für die Durchführung der Schweißarbeit erforderlich sind. Daher sollte jeder Schweißer als ersten Schritt das Dokument durchlesen und sicherstellen, dass alle Vorgaben verstanden und befolgt werden.
Für Unternehmen sind Schweißprüfprotokolle (WPS) so wichtig, dass sie in bestimmten Branchen gesetzlich vorgeschrieben sind, um sicherzustellen, dass eine geprüfte und sichere Schweißnaht hergestellt wird. Man kann also mit Fug und Recht sagen, dass sie nicht nur eine Qualitätsanforderung, sondern auch eine gesetzliche Vorschrift sind!